
Viel erlebt haben wir in unserer Gemeinde in den vergangenen Wochen wieder miteinander: Am Donnerstag, dem 28. Januar, kam in den Gemeinderäumen unserer Dreieinigkeitskirche in Steglitz eine große Schar von „alten“ Gemeindegliedern der Dreieinigkeitsgemeinde zusammen, um in einem „Gemeinde-Erinnerungstreff“ als Zeitzeugen Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte des Gemeindelebens auszutauschen. Bei all dem lief im Hintergrund ein Aufnahmegerät mit; wir hoffen, auch diese Erinnerungen mit manchen anderen Dokumenten in einer Gedenkschrift zur Geschichte der Dreieinigkeitsgemeinde in der Zukunft veröffentlichen zu können, bei deren Erstellung uns dankenswerterweise Pastor Detlev Rost seine Unterstützung zugesagt hat.
Zu Beginn des Treffens verlas Frau K. einen Brief eines weiteren früheren Gliedes unserer Dreieinigkeitsgemeinde, Frau Gisela I., die über den Pfarrbrief auch weiterhin mit ihrer früheren Gemeinde verbunden ist und in ihrem Schreiben noch aus der Zeit vor der Zerstörung der Dreieinigkeitskirche zu berichten wusste. Es folgte ein angeregtes Gespräch, in dem ich auch selber viel Neues und Interessantes aus der Gemeindegeschichte erfuhr, etwa von dem „Mäzen“ des Kirchbaus der Dreieinigkeitskirche und ersten Organisten der Kirche, Dr. Paulus Heylandt, dem Gründer der Heylandt AG für Industriegasverwertung, der bereits in den 20er Jahren mit Raketenautos experimentierte und dessen Erfindungen später auch bei der Entwicklung der V2-Rakete durch Wernher von Braun Verwendung fanden. Er wurde nach 1945 in die Sowjetunion verschleppt, wo er 1947 starb. Interessant war es, Berichte zu hören von Gliedern, die aus der Immanuelsgemeinde von Pastor Vollert stammten, die sich nach dem 2. Weltkrieg der Dreieinigkeitsgemeinde anschloss. Auch vom Kinderheim „Haus Wartburg“, das von der Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden war, wussten die Teilnehmer manch interessante Geschichte zu berichten. Viel gelacht wurde, wenn an vergangene Zeiten zurückgedacht wurde, in denen noch fein säuberlich auf die Geschlechtertrennung bei der Absolution am Altar bei Nichtverheirateten geachtet wurde und der Pastor gegen das geschlechtsgemischte Rodeln der Jugendlichen in der Gemeinde von der Kanzel predigte. Die Zeit verging wie im Flug - ich hoffe, der Nachmittag hat auch den anderen Teilnehmern so viel Freude bereitet wie mir selber!

Am Sonntag, dem 31. Januar, feierten wir dann in unserer St. Marienkirche den 37. Gedenktag der Kirchweih im Jahr 1973. Im Festgottesdienst am Vormittag predigte der Geschäftsführende Kirchenrat unserer Kirche, Pastor Michael Schätzel, sehr eindrücklich über die Epistel aus Offenbarung 21,1-5. Die Predigt kann mittlerweile auch auf unserer Homepage www.lutherisch.de im Internet nachgelesen werden. Auf den Gottesdienst folgte ein großes gemeinsames Mittagessen in unseren Gemeinderäumen: Frau Felizitas Z. gelang es allen Ernstes, mit einem vielfältigen Menü die fast 60 Mittagessensgäste aufs Köstlichste zu sättigen. Zum Gemeindenachmittag, der sich daran anschloss, fand sich dann erneut eine große Schar in unseren Gemeinderäumen ein. Nachdem sich alle, die gekommen waren, an dem reichhaltigen Kuchenbüfett delektiert und beim Kaffeetrinken gestärkt hatten, und nach einem kurzen Bericht von Pfarrer Andris Kraulins über die gegenwärtige Lage in Lettland hielt Kirchenrat Schätzel einen hochinteressanten Vortrag, in dem er zunächst, ausgehend von St. Markus 2,3-5, der Geschichte von der Heilung des Gichtbrüchigen, seine These

erläuterte, wonach Mission eine Einladung sei in einen Raum, in dem geglaubt wird. Was das ganz praktisch bedeutet, entfaltete er sodann in einer hochinteressanten Beamer-Präsentation, bei der er verschiedenste Beispiele einladender Gemeindearbeit aus Gemeinden unserer Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in ganz Deutschland präsentierte - nicht als Aufforderung, was wir in unserer Gemeinde auch noch alles tun müssten, sondern als Anteilgabe an der Freude der Kirchenleitung darüber, wie vielfältig Gemeinden unserer Kirche Möglichkeiten wahrnehmen, Menschen zu sich einzuladen. Es war ein rundum gelungener, ermutigender Nachmittag, der mit einem schönen Vespergottesdienst in der Kirche beschlossen wurde. Anlässlich des Kirchweihfestes wurde auch die neuste Ausgabe unseres "Gemeinde-Familienalbums" präsentiert, die in diesem Jahr nun schon zum 13. Mal erscheint und in der sich nicht weniger als 813 verschiedene Gesichter namentlich benannt, darunter die von 725 Gemeindegliedern, finden. Die neue Ausgabe ist nun auch in einem neuen Design erschienen, für das, ebenso wie für die Erstellung des Familienalbums insgesamt, wiederum Herr Michael Tschirsch verantwortlich war, für dessen Einsatz für die Kirche ihm beim Kirchweihfest nicht nur vonseiten unserer Gemeinde, sondern auch von Kirchenrat Schätzel gedankt wurde, der ihn als einen seiner wichtigsten Mitarbeiter in der Kirche insgesamt bezeichnete. So ist Michael Tschirsch beispielsweise auch für die täglich topaktuelle Präsentation der Homepage unserer Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, www.selk.de, verantwortlich. Die Kollekte des Kirchweihfestes sammelten wir für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe auf Haiti.

Am Freitag, dem 12. Februar, kamen abends viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Zehlendorfer Adventsbasars zusammen, um bei einer Feuerzangenbowle und mancherlei mitgebrachten Köstlichkeiten den großen Erfolg des letztjährigen Adventsbasars zu feiern. Man merkte an dem Abend deutlich, wie die Wochen der Vorbereitung das große Mitarbeiterteam fest zusammengeschweißt hatte - wobei leider längst nicht alle Mitarbeitenden zu der Nachfeier kommen konnten. Besonders dachten alle Beteiligten bei aller Fröhlichkeit zugleich an Frau Ursula T., das „Herz“ des Adventsbasars, die sich nach ihrem Schlaganfall weiterhin in der Reha in Bad Urach befindet. Dort macht sie allerdings erfreuliche Fortschritte, sodass zu hoffen ist, dass das Pflegeheim in Reutlingen, in das sie in den kommenden Wochen verlegt werden wird, nur eine Übergangsstation sein wird für ein wieder selbständigeres Wohnen in der Zukunft. Sie sei auch auf dem Wege dieses Pfarrbriefs sehr herzlich gegrüßt.

Ein besonderer Höhepunkt der vergangenen Wochen war schließlich zweifelsohne auch die Geistliche Musik zur Passion mit Reimar Bluth (Orgel) und Sebastian Bluth (Bariton) am Samstag, dem 20. Februar, in unserer St. Marienkirche. Eindrücklich verkündigten die beiden mit Werken von Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz, Samuel Scheidt, Johannes Brahms und Max Reger die Bedeutung des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus Christus für uns. Es war nicht allein eine musikalische Darbietung auf höchstem Niveau; es war eine bewegende Predigt, die die beiden mit ihren Darbietungen hielten. So wurde diese Musik zur Passion zu einer wichtigen geistlichen Hilfe, um in diese Wochen der Fastenzeit hineinzufinden, wie es schon im ersten der dargebotenen Schemelli-Lieder hieß: „Die bittre Leidenszeit beginnet abermal“. Schwer zu verstehen für mich ist, warum solch eine wunderbare Geistliche Musik mit solch hochkarätigen Musikern in unserer Gemeinde auf solch geringes Interesse stößt. Gerade einmal ein gutes Dutzend Gemeindeglieder fand sich zu dem Konzert ein; glücklicherweise war die Beteiligung von Gliedern anderer Gemeinden sehr viel besser, sodass unsere Kirche insgesamt doch wenigstens halb gefüllt erschien. Dankbar dürfen wir dafür sein, dass Reimar und Sebastian Bluth nichtsdestoweniger bereits den nächsten Termin in unserer Gemeinde zugesagt haben: Am Samstag, dem 27. November, werden wir mit einer Geistlichen Musik zum Advent wieder das neue Kirchenjahr eröffnen. Sehr froh dürfen wir im Übrigen sein, dass die Orgel zu dieser Geistlichen Musik in voller Schönheit erklang. Als unser Organist, Herr Reinhard S., am nächsten Morgen das Lied zur Beichtandacht spielen wollte, gab die Orgel keinen Ton mehr von sich. Alle Versuche, das Problem zu beheben, scheiterten, sodass Herr S. an diesem Sonntag mit dem Keyboard den Gemeindegesang begleitete, unterstützt von unserem Posaunenchor. Dabei entlockte Herr S. unserem Keyboard ganz erstaunliche Klänge, die wir so vermutlich in unserer Kirche bisher noch nicht gehört hatten. So wird uns auch dieser Invokavitgottesdienst in Zehlendorf sicher in besonderer Erinnerung bleiben ... Mittlerweile funktioniert unsere Orgel übrigens wieder: Der Schutzschalter der Windmaschine, die die Luft in die Pfeifen bläst, war herausgesprungen. Kein Wunder, dass die Orgel keinen Ton von sich gab. Um das wieder in Ordnung zu bringen, musste allerdings der Hauselektriker der Orgelbaufirma kommen - alleine hätten wir das nicht reparieren können!