Losungen

Sonntag, 05. September 2010
Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!
Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker.

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Geistliches Wort im Monat März
Pastor MartensDas geistliche Wort für den Monat März von Pfarrer Dr. Gottfried Martens: CHRISTUS spricht: Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. (St. Johannes 15,13 - Monatsspruch für März 2010)

Franciszek Gajowniczek starb 1995 im Alter von 93 Jahren. Dass er einmal so alt werden würde, hätte er selber nicht geglaubt. Keine 40 Jahre alt war er, als er im Jahr 1941 in das KZ Auschwitz gebracht wurde, weil er den jüdischen Widerstand gegen die NS-Besatzung unterstützt hatte. Am 29. Juli 1941 wurde Gajowniczek dort im KZ als Vergeltungsmaßnahme für die Flucht eines Häftlings zur Ermordung aussortiert. Verzweifelt klagte und schrie er angesichts des gefällten Todesurteils, bis ihm mit einem Mal eröffnet wurde, dass sich ein anderer Häftling freiwillig gemeldet hatte, seinen Platz unter den zu Ermordenden einzunehmen: der Franziskanerpater Maximilian Kolbe.

Kolbe wurde in den berüchtigten „Hungerbunker“ gesperrt und wurde dort schließlich gut zwei Wochen später durch eine Phenolspritze ermordet. Franciszek Gajowniczek hingegen überlebte das KZ, lebte schließlich noch fast 54 Jahre nach jenem denkwürdigen 29. Juli 1941. Sein ganzes Leben war ihm klar: Ich lebe, weil da ein anderer für mich eingetreten ist, für mich gestorben ist.

Uns allen sind, Gott sei Dank, die Erfahrungen eines KZ erspart geblieben. Und dennoch geht es uns letztlich nicht anders als Franciszek Gajowniczek: Auch wir leben einzig und allein deshalb, weil ein anderer für uns eingetreten, für uns gestorben ist: Christus, unser Herr. Der hat sich freiwillig gemeldet, für uns in den Tod zu gehen - nicht, weil wir ihn mit unserer Lebensleistung so sehr beeindruckt hätten, nicht weil er der Meinung gewesen wäre, dass wir seinen Lebenseinsatz verdient hätten. Nein, er hat sein Leben für uns in den Tod gegeben schlicht und einfach aus Liebe zu uns, aus unbegreiflicher, grenzenloser Liebe. Furchtbar war der Tod, den er am Kreuz erleiden musste. Aber er hat ihn auf sich genommen, damit wir leben dürfen - leben für immer.

Franciszek Gajowniczek ist alt geworden, ist aber schließlich doch gestorben. Daran konnte auch die Lebenshingabe von Maximilian Kolbe nichts ändern. Auch uns bleibt der Tod, den Franciszek Gajowniczek schon erfahren hat, nicht erspart. Doch das Leben, das uns Christus durch seinen Tod am Kreuz eröffnet und geschenkt hat, das vermag auch der Tod, der noch vor uns liegt, nicht zu zerstören. Ja, wir führen ein geschenktes Leben, ein Leben, über das wir immer wieder von Neuem nur staunen dürfen: Ich verdanke mein Leben der Liebe eines anderen, für den ich so wichtig und wertvoll war, dass er sich für mich geopfert hat! Nein, mit dem Tod ist für mich nicht alles aus - ich darf leben um Christi willen! Vergessen wir dies nie bei allem, was wir in unserem Leben tun und entscheiden: Mein Leben ist nicht mein Besitz; es ist Geschenk der Liebe meines Herrn, der mich damit zu seinem Freund erklärt hat. Danken wir es diesem Freund, gebrauchen wir es, um diese Liebe, die wir empfangen haben, an andere weiterzugeben. Es muss nicht gleich das Martyrium im Hungerbunker sein. Aber von unserem Leben, das Christus uns anvertraut hat, etwas abzugeben, an Geld für Menschen in Not, an Zeit für Menschen, die unser offenes Ohr brauchen, an Liebe für Menschen, die auf unsere Zuwendung angewiesen sind, das steht uns gut an, ja darin bringen wir etwas davon zum Ausdruck, was Christus uns im Monatsspruch dieses Monats vor Augen hält: Wir dürfen leben und abgeben, weil wir von Christus geliebt sind. Möge sich dies uns in diesen kommenden Wochen der Fastenzeit wieder neu in unser Herz einprägen, und mögen wir dies dann auch in unserem Alltag immer wieder ganz praktisch einüben!